Ein ganz normaler Arbeitstag


Als ich heute Morgen aufstand, begrüßte mich wieder ein herrlicher Sonnentag und ich freute mich auf die Arbeit.
Meine ersten Gäste an diesem Morgen kamen aus Dänemark. Sie wirkten etwas hilflos. Ich erzählte ihnen das wichtigste über die Sehenswürdigkeiten unseres Städtchens und gab ihnen neben Stadtplan und Info auch ein paar Tipps mit auf den Weg. Und dazu ein kurzes Gespräch, wie ich es immer mache, wenn nicht gerade vier Busse zur gleichen Zeit auf dem Platz landen.
Dieses nette Ehepaar hatte auch mit dem Parkticket Probleme und ich fragte, ob ich helfen könnte. Sie hatten nicht genügend Kleingeld, um eine Tageskarte zu kaufen.
Ich stellte mir vor, ich wäre in dieser Situation und noch dazu im Ausland. Ich drückte ihnen zwei Euro in die Hand, damit sie den Parkautomaten freundlich stimmen konnten.
Der Frau war das sichtlich peinlich. Es war ihr unangenehm, mit Schulden den Urlaub zu beginnen.
„Genießen Sie in Ruhe einen schönen Tag und geben Sie mir bei Ihrer Rückkehr das Geld zurück.“
Daraufhin erzählte sie mir eine Geschichte:
„Das ist seltsam. Ich hatte heute Nacht im Hotel einen Traum. Ich träumte, ich würde auf unserer Reise in einer fremden Stadt ohne Geld dastehen. Und es kam eine fremde Person und schenkte mir das Geld, das ich brauchte.
Als ich meinem Mann am Frühstückstisch meinen Traum erzählte, sagte er „Du weißt, was man in der ersten Nacht in einem fremden Ort träumt, das geht in Erfüllung.“
Mir ging dieses Ehepaar den ganzen Tag nicht mehr aus dem Sinn und ich dachte immer „Sie werden hoffentlich einen schönen Tag genießen“.
Sie hatten einen sehr schönen Tag und natürlich bekam ich auch mein Geld zurück. Sie versicherten mir, Quedlinburg wollten sie auf jeden Fall in guter Erinnerung behalten.